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Wir über uns

Faschingsgesellschaft Siedelonia e. V. Mindelheim

Gründung 1976; e. V. seit 1985

 

Mitglieder ca. 212 (Stand 12/2015)

 

Aktive Große Garde ca. 45 Personen

 

Aktive Minigarde ca. 35 Personen

 

Aktive Rote Zinka ca. 15 Personen

 

Schlachtruf:  “Siedelonia - Helau”

 

Die Vorstadtgarde aus Mindelheim im wunderschönen Unterallgäu wurde 1976 gegründet. Der Name Siedelonia wurde deshalb gewählt, weil die Gründungsmitglieder aus der sogenannten Siedlung stammten, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts im Norden Mindelheims entstanden ist. Im Jahre 1985 wurde die Siedelonia ins Vereinsregister eingetragen. Initiatorin der Garde war vor allem Margot Exner. Im Jahr 1976 stellte sie das erste Mal eine Tanzgruppe mit Mädchen aus der Siedlung zusammen. Margot Exner war bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 1993 der Motor und die Seele des Vereins. Zusammen mit ihrem Mann Romy Exner führte sie die Geschicke des Vereins als Näherin, Trainerin und Choreographin.

Der erste Präsident der Siedelonia war Romy Exner. Er leitete den Verein von seiner Gründung an bis zum Jahr 1991. Ihm folgte 1992 Fred Beilhack nach, der den Verein bis ins Jahr 2003 geführt hat. Seither ist Andreas Schaule der amtierende Präsident und leitet die Geschicke des Vereins.

Der Siedelonia liegt neben allen anderen Faschingsaktivitäten vor allem der Showtanz am Herzen. Einlagen wie Starlight Express (1991) und Tabaluga (1996) machten den Verein weit über die Grenzen des Unterallgäus hinaus bekannt. Auftritte in Hannover und St. Gallen geben Zeugnis davon.

Seit 1986 gibt es im Verein auch eine sehr erfolgreiche Minigarde.

In den mehr als 36 vergangenen Jahren hat sich so manches ereignet, an das man sich auch nach langer Zeit noch erinnert:

Er wollte halt einfach kein Prinz auf Lebenszeit sein, unser Richard Purz. Nachdem das erste Jahr mit ihm gut über die Bühne ging, verabschiedete er sich im zweiten Jahr (1978) recht plötzlich mitten unter einem Faschingsball und ward nie mehr gesehen. Gott sei Dank konnte mit Romeo Exner rasch ein Ersatzprinz gefunden werden! Das Interessante dabei ist, dass dadurch Margot und Romeo Exner gleich 3 Jahre hintereinander die Siedelonia als Prinzenpaar regierten. Beim Dillinger Faschingsumzug wollte deren Präsident seinen Augen nicht trauen, als er, wie die beiden Jahre zuvor, auf dem Faschingswagen der Siedelonia wiederum Prinzessin Margot I. und Prinz Romeo I. als Regenten sah. Daraufhin bot er ihnen in aller Öffentlichkeit einen Zehnjahresvertrag an, den die Beiden aber dankend ablehnten. Glücklicherweise fand der Verein in den darauf folgenden Jahren dann doch immer neue Prinzenpaare, so dass Margot und Romeo als Prinzenpaar endgültig abdanken und ihre damals noch sehr einfachen Roben an den berühmten Nagel hängen konnten.

Hannes und Gitti Weber waren 1983 das erste Prinzenpaar, das nicht aus der Siedlung stammte. Ein absoluter Vaux Pas zu jener Zeit. Um überhaupt als Regenten akzeptiert zu werden, mussten sie viele schwere Prüfungen bestehen. Sie wurden auf Herz und Nieren geprüft, ob denn auch die nötigen Voraussetzungen als Prinzenpaar der Siedler erfüllt sind. Gott Lob wurde beim Prinz eine Oma IV. Grades gefunden, die aus der Siedlung stammte.

Bis zum Jahr 1984 lebten die drei Mindelheimer Faschingsgesellschaften, die Mindelonia, die Siedelonia und die FG Mindelau friedlich nebeneinander bis die Existenzberechtigung der Siedelonia durch die Mindelonia in Frage gestellt wurde. Darauf folgten einige Jahre mit etlichen Häkeleien und Problemen, die aber glücklicherweise nach und nach wieder ausgeräumt werden konnten. Als ein besonderer Zug der Versöhnung gilt nach wie vor ein gemeinsamer Kehraus der beiden Vereine im Jahre 1990.

Richtige Faschingsnarren wie Romeo und Margot Exner sind gedanklich selbst im Urlaub immer bei der Sache, so auch 1987 auf Gran Canaria. Bei einem Einkaufsbummel entdeckte Margot ein gigantisches Kleid. Der erste Gedanke war natürlich: Dieses Kleid muss für eine Showeinlage her. Das Problem an der Geschichte war allerdings, dass dieses ausgefallene Modell nur zweifach vorrätig war. Doch der geschäftstüchtige Spanier setzte alle Hebel in Bewegung, lies Telefondrähte heiss glühen und kurvte mit seinem Fahrrad kreuz und quer durch den Ort, von einem Händlerkollegen zum nächsten. Nach einer Stunde hatte er sage und schreibe zwölf gleiche Modelle aufgegabelt. Nach knallharten Preisverhandlungen gab es nur noch ein gewaltiges Transportproblem zu lösen: Wie bringt man die zwölf Kleider nach Deutschland? Aber den Tüchtigen hilft bekanntermassen das Glück; so waren die Beiden mit Bekannten im Urlaub und konnten die Errungenschaft auf fünf freigeräumte Koffer verteilen.

Sandra Weiss hatte schon in jungen Jahren das Showbusiness im Blut. Immer ein Lied auf den Lippen war sie die singende Miniprinzessin der Siedelonia 1988. Später machte sie dann eine grosse Gesangskarriere und wurde im Jahr 1999 Siegerin des Grand Prix der Volksmusik.

Prinzenpaare kamen und gingen und einige fanden im Verein auch ihren Partner fürs Leben. Den Vogel schoss dabei Prinz Gerry I. (Gerhard Wagner) ab: am Kehraus des Jahres 1995 machte er seiner Prinzessin Renate einen Heiratsantrag auf der Bühne und noch im gleichen Jahr wurde dann am 11.11. um 11:11 Uhr mit grossem Tam Tam und unter der Beteiligung von drei Radiosendern geheiratet (die Siedelonia war auch schon einmal “Vereinsbayer” bei Antenne Bayern). Übrigens: Diese Art, um die Hand einer Frau anzuhalten, hat bei den Unterallgäuer Faschingsvereinen mittlerweile Schule gemacht.

Zum 11jährigen Vereins- Jubiläum im Jahre 1987 liessen es die Siedelonen zünftig angehen. So wurde auch ein gemeinsamer Jubiläums- Prinzentanz von ehemaligen Prinzenpaaren gezeigt, der absolute Jubelstürme beim Publikum auslöste.

Der damalige Vereinsausflug führte die Siedelonia nach Bochum in die Star Light Arena. Alle waren nach der Vorstellung begeistert und wollten dieses Musical als Einlage im Fasching verwirklichen. Auf der Heimfahrt kam dann die Ernüchterung: Die extrem aufwendigen Musicalkostüme sind einfach zu schwer nachzumachen, so lautete der allgemeine Tenor. Doch wieder daheim sammelte die Nähstube der Siedelonia alle Kräfte und wie so oft führte auch diesmal Gemeinsamkeit zum Erfolg.

Eine riesige Faschingsgala wurde zum 22jährigen Jubiläum auf die Beine gestellt. Den Auftakt bildete eine Schlagerparty mit Gaststar Jürgen Markus (“Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben”) in der alten Turnhalle am Rot- Kreuz- Platz (dem heutigen Theaterplatz). Mit einem Show- Rückblick im Stadttheater wurde das Jubiläum mit 500 Ehrengästen gebührend gefeiert.

Eine absolute Rarität sind unsere Faschingsorden, die seit Gründung aus Birkenholz gefertigt werden und von Hand bemalt sind. Sie suchen noch ihresgleichen in der Faschings- und Karnevalsszene. Bis zum Jahre 2005 hatte Werner Exner (83), der kunstfertige Vater von Romeo Exner, auf diese Weise weit über 4500 Orden geschaffen - ALLE in reiner Handarbeit!!! Diese Tradition wird nun von Sylvia Karl weitergeführt.

Günter Kölbl (Hofnarr der Siedelonia 1984 - 1990) ist als Enfant Terrible und Stimmungskanone in Mindelheim und im Unterallgäu bekannt. Aber nicht nur bei der Siedelonia absolvierte er sechs Jahre lang ein volles Programm im Dienste der Hochstimmung, nein auch auf anderen Bällen und Umzügen bleibt er unvergessen. Seitdem gibt es leider bis zum heutigen Tag keinen erwachsenen Hofnarr mehr bei der Siedelonia, nur die Minigarde hält die Tradition aufrecht.

Einen besonderen Trinkspruch hat die Garde der Siedelonia kreiert, der zu jeder Saison ergänzt wird. Viel Durst  darf man dabei allerdings nicht entwickeln, denn sonst wird der Text wohl für die meisten etwas zu kompliziert. Hier die Orginalversion aus dem Jahre 1999: Koooonakt... BiBiBiBiBi... eins zwo drei vier, eins zwo drei vier prost juhu... fürchtet Euch nicht Siedelonia... uuund (pups) schön sind wir nicht aaber selten dämlich... wenn d´Sehnsucht brennt... düdübdüdüdübdü Ich will so bleiben wie ich bin... Du darftst. Nichts ist unmöglich... Schnauze... Siedelonia... husamma boga ullelle Mama... vom süßen Wolf... but but (Hühnergeräuasch)... mief mief mief... sagt über den Charakter gar nichts aus... sooo geil... drei zwo ein hääää... sind wir nicht alle ein bisschen Siedelonia...

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